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Woher kommt der Begriff Stil bzw. was bedeutet er? 

Der Begriff ist aus dem lateinischen übernommen und abgeleitet von dem Wort „stilus“,
welches der metallische Schreibgriffel der Römer war. Dieser wurde benutzt, um Verse oder
ähnliches aufzuschreiben bzw. einzuritzen. Hatte nun ein Dichter einen guten Text geschrieben,
schrieb man ihm einen guten „stilus“ zu. Stil bedeutete somit die Anerkennung einer besonderen
Leistung.
 
Was versteht man in der Stilkunde unter Stilepochen?

 
Stilepochen sind einzelne Zeitabschnitte, welche sich durch bestimmte Formgebungen,
Bearbeitungstechniken, künstlerisches Schaffen und Sein, Mode, Architektur, Dichtung, Musik,
bestimmte Werkkünste und politische Ereignisse auszeichnen.
 
Welche Stilepochen werden in der Geschichte des Möbels zeitlich unterschieden?


► Altertum           ~ 4000 v. Chr. - 1000 n. Chr.
► Antike               ~ 1000 v. Chr. -   500 n. Chr.
► Germanisch 
► Romanik           ~   800 n. Chr. - 1250 n. Chr.
► Gotik                ~ 1250 n. Chr. -  1500 n. Chr.
► Renaissance      ~ 1500 n. Chr. -  1650 n. Chr.
► Barock              ~ 1650 n. Chr. -  1750 n. Chr.
► Rokoko             ~ 1750 n. Chr. -  1770 n. Chr.
► Klassizismus       ( Zopfstil, Empire, Biedermeier )
► Zopfstil              ~ 1770 n. Chr. -  1795 n. Chr.
► Empire               ~ 1795 n. Chr. -  1815 n. Chr.
► Biedermeier       ~ 1815 n. Chr. -  1850 n. Chr.
► Historismus       ~ 1850 n. Chr. -  1890 n. Chr. „auch Gründerzeit genannt“
► Jugendstil          ~ 1890 n. Chr. -  1910 n. Chr.
► Bauhaus            ~ 1920
► Art Deco           ~ 1930
► 40 + 50-iger Jahre
► 50 + 60-iger Jahre
► Postmoderne     ~ 1970 
 

Die obige Zuordnung kann nur als kleine Hilfestellung zur Beurteilung einzelner Stile sein, da
diese von Land zu Land und von Region zu Region unterschiedlich waren. Hierbei spielte auch
der gesellschaftliche Stand einer Person eine Rolle. Auch darf man nicht vergessen, das sich die
einzelnen Zeitabschnitte mitunter über viele Jahre hinweg überschnitten bzw. es immer Menschen
zu späterer Zeit gab die historische Stilelemente bei Ihren Arbeiten aufgenommen haben.
 
Nachfolgend ergänzen wir das oben geschriebene durch eine kurze Einführung in die einzelnen
Stilepochen.
 
Wer sich näher mit dem Thema Stilkunde bzw. Möbelkunde beschäftigen möchte dem sei der Gang
in eine Bücherei empfohlen.
 

Altertum:
 
Im Altertum gab es unter anderem die Ägypter, Sumerer, Babylonier und andere.
Typische Möbel dieser Zeit waren einfache Sitzmöbel. Die Darstellung dieser Möbel sind aus
Grabbeigaben und Wandmalereien überliefert.
 
Antike:
 
Im der Antike gab es die Griechen und die Römer.
Typische Möbel dieser Zeit waren einfache Tische, Ruhebetten, Hocker und Stühle.
Möbel dieser Zeit sind nur durch Malereien und Funden in Pompeji überliefert.
 
Germanisch:
 
Aus dieser Zeit ist fast nur durch römische Geschichtsquellen etwas überliefert.
 
Romanik:
 
Der Name kommt von „den Römern abgeschaut“
Typische Möbel dieser Zeit sind grob Gezimmerte und mit Eisen beschlagene Universalmöbel
wie Betten, Tische, Stühle, Truhen und Sakresteischränke.
 
Gotik:
 
Der Name ist ein Schimpfwort und bedeutet „Barbarisches Volk“
Typische Möbel dieser Zeit sind fast alle Art von Truhen, Betten, Tischen und Sitzmöbeln.
Schränke dieser Zeit erinnern an zwei Truhen die aufeinander stehen.

Erstmalig gab es auch den Scherenstuhl und das Baldachinbett.
In dieser Epoche entstand der Beruf des Kistlers. (später Tischler und Schreiner)
Alle gängigen Holzverbindungen stammen weitgehenst aus dieser Zeit.
Als gängiste Holzart ist die Eiche anzutreffen.
 
Renaissance:
 
Der Name bedeutet soviel wie die Wiedergeburt der Antike.
Typische Möbel dieser Zeit alle Arten von Gebrauchsmöbeln. Diese haben starke Ähnlichkeit
mit der Architektonischen Fassadengestaltung vieler Gebäude. Neu anzutreffen ist der Stollenstuhl
der als Vorfahr des heutigen Stuhls gilt.
Hauptaugenmerk sind die schon teilweise überladend wirkenden Schnitzereien.
Als Holzart findet man sehr oft Eiche, Nussbaum und Nadelhölzer. Viele Möbel sind auch mit
Furnieren und Intarsien versehen.
 
Barock:
 
Der Name kommt aus Portugal und Bedeutet „schiefe runde Perle“
Der Leitspruch lautete „ corpe diem = genieße den Tag“
Typische Möbel dieser Zeit sind alle Arten von Gebrauchs und Behältnismöbeln die man sich
denken kann. Die wichtigsten Möbel sind die Kommode und die riesigen Repräsentationsschränke,
die eine Höhe von bis zu 3m erreichten. Typische Schränke dieser Art sind der Hamburger Schapp
und der Danziger Schrank.
Oft findet man an Möbeln dieser Zeit gedrechselte Korkenziehersäulen.
Es wurden alle Arten von Materialien kombiniert und mit Lackoberflächen versehen.
Ein ganz großer seiner Zeit war der Französische Kunsttischler Andre Charles Boulle.
 
Rokoko:
 
Der Name ist abgeleitet vom Muschelwerk „Rocaille“
Typische Möbel dieser Zeit sind wie im Barock all  Arten von Gebrauchs und Behältnismöbeln die
man sich denken kann. Die wichtigsten Möbel sind nach wie vor die Kommode und die riesigen
Repräsentationsschränke. Die Möbel waren sehr arbeitsaufwendig und teilweise bis zur Materialgrenze
geschweift und gebogen. Furniere und Intarsientechnik mit verschiedensten Materialien waren beinahe
als Standart anzutreffen. Das häufigste Schnitzwerk ist die Rocaille. Es wurden teuerste Importhölzer wie
Palisander, Ebenholz, Rosenholz verwendet. Aufwendige Zierbeschläge waren üblich. Die Lacktechnik
wurde bis zur Perfektion ausgefeilt.
Bedeutende Kunsttischler waren Funk, Oeben, Riessner und Abraham Roentgen.
 
Klassizismus:
 
Der Name ist abgeleitet vom Nachnamen „Klassimo“
Ein großartiger Tischler dieser Zeit war David Roentgen. Man kann sagen das mit dieser Epoche die
Hochblütezeit der Tischlerkunst zu ende ging.
 
Empire:
 
Diese Zeit ist beeinflusst von Napoleon.
Die Möbel werden wieder geradliniger und strenger in ihrer Form. Als neue Möbelform für den
Herren kam das Zylinderbureau bzw. der Rollschreibtisch.
Ganz typisch für diese Zeit ist die Verzierung der Möbel mit Bronzeblech und Messingformen
aller Art.
Gängige Hölzer dieser Zeit sind Mahagoni und Ebenholz.
 
Biedermeier:
 
Der Name stammt ursprünglich von einer Witzfigur der Wochenzeitschrift „Münchner Fliegender Blätter“,
wurde aber schnell zum Inbegriff dieser Epoche.
Man besann sich wieder auf die Familie und auf das Bürgerliche wohnen. Die Möbel wurden wieder
zweckmäßig und in ihrer Form schlicht aber überzeugend.
Typische Hölzer waren Kirsche, Ahorn und Birke welche fast ausschließlich mit einer Schellackhandpolitur
versehen wurden.
 
Historismus bzw. Gründerzeit:
 
Der Name Historismus ist abgeleitet vom Wort Historie. Alles sollte möglichst „Stilrein“ sein.
Der Name Gründerzeit ist Handelsüblich und bezeichnet die Situation der Bevölkerung. Es herrscht
Landflucht und Industrialisierung.
Typisch für Möbel dieser Zeit sind verschiedenste Verzierungen vorhergehender Epochen. Auf Grund
der finanziellen Lage dieser Zeit wurden die Möbel oftmals aus Nadelholz hergestellt welches dann
durch aufwendige Bemalungen versehen wurde bzw. wertvolle Hölzer wurden durch Lasurtechniken imitiert.
Ein nennenswerter Name dieser Zeit ist wohl Michael Thonet der die Kunst des Holzbiegens perfektionierte.
 
Jugendstil:
 
Der Name ist abgeleitet von der Münchner Zeitschrift „Die Jugend“


In dieser Zeit wollte man sich wieder auf eigene Sachen beschränken bzw. eigene Möbelformen schaffen.
Viele Möbel hatten die Formenverwandtschaft von Lianen, Blüten, welche durch gekonnte Schwünge abgerundet wurden.
 
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